Schufa und Facebook: Keine Panik

In den letzten Tagen wurde verstärkt von verschiedenen Medien und Politikern auf eine Zusammenarbeit zwischen der Schufa und dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam hingewiesen und eine Datenschutzproblematik herbeigeredet.
Um was geht es eigentlich?
Die Schufa bietet Unternehmen, Banken und auch Privatpersonen an die Kreditwürdigkeit von Interessenten an Verträgen mit langfristigen Verbindlichkeiten zu bewerten. Hier zu werden mit Hilfe eines Scoring-Algorithmus alle Informationen die über eine Person vorliegen, wie Alter, Geschlecht, Wohnort, Konten, Kredite, bisheriges Zahlungsverhalten und vieles mehr, bewertet und zu einem Wert zusammengefasst. Basierend auf diesem Wert können die Unternehmen die Entscheidung treffen, ob ein Vertrag mit dem Interessenten eingegangen werden kann. Um zu weiteren Informationen über diese Interessenten zu kommen hat die Schufa das Hasso-Plattner-Institut beauftragt zu eruieren, wie öffentliche Informationen aus Facebook extrahiert werden können und wie diese einer natürlichen (nicht digitalen) Person zuzuordnen sind.
Warum das ganze kein Problem sein darf:
Nun, der Zugriff auf öffentliche Informationen in Facebook ist nun mal öffentlich. Jeder Nutzer hat im Rahmen der zu Recht kritisierten Datenschutzeinstellungen die Informationen, die genutzt werden sollen, veröffentlicht. Ohne die Nutzung dieser Daten jetzt rechtlich würdigen zu wollen, muss man sagen, dass wenn man nicht möchte, dass eine Information bekannt und genutzt wird, diese Information einfach nicht veröffentlicht. Den Begriff veröffentlichen möchte ich in diesem Zusammenhang sehr sehr eng fassen. Alles was nicht auf selbst kontrollierter Hardware passiert ist veröffentlicht. Wenn ich meine Informationen in der Cloud, bei Dropbox, Amazon, Apple, Google, usw. hoch lade sind sie unabhängig von den Zugriffseinstellungen veröffentlicht. Niemand würde in der realen Welt auf die Idee kommen seine Geheimnisse in Umschlägen auf der Straße zu verteilen.
Zusammenfassung:
Zum Schutz der unbedarften Nutzer des Internets war es sicher eine gute Sache das Projekt medial zu stoppen, aber das Grundproblem des mangelnden Bewusstseins für das Thema persönlicher Datenschutz ist damit in keiner Weise behoben oder auch nur angegangen.
An dieser Stelle sei auch auf den Artikel „Meine persönlichen Facebook-Datenschutzbestimmungen“ von Jens Scholz hingewiesen.
In diesem Sinne: Nerds, erklärt den Datenschutz den Menschen! – Menschen, erklärt ihn euren Kindern!

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