Kurznotiert: Kinder an die Waffen

Auf Grund der Aussetzung der Wehrpflicht und ihrer generellen Unattraktivität hat die Bundeswehr ein massives Nachwuchsproblem. Dieses Nachwuchsproblem will die Bundeswehr auf verschiedenste Arten lösen: Migranten soll der Dienst an der Waffe schmackhaft gemacht werden und Kinder sollen frühzeitig auf die Möglichkeiten bei der Bundeswehr aufmerksam gemacht werden. Allerdings schießt die Bundeswehr hier massiv über das Ziel und den guten Geschmack hinaus.

Auf einem Tag der offenen Tür in Bad Reichenhall, der die Rückkehr der Einheit aus dem Kosovo und Afghanistan feiert, wurden auch für die Kleinsten ein unterhaltsames Programm geboten: Sie durften mit Luftgewehren ganz kindgerecht auf eine Ortschaft namens „Klein-Mitrovica“ schießen. Insbesondere diese Benennung ist enorm bedenklich. Mitrovica war Ort einiger unrühmlicher Aktionen des deutschen Militärs. 2004 kam es hier unter deutscher/UN Aufsicht zu Ausschreitungen zwischen Muslimen und Christen, die nicht unterbunden wurden und viele Tote forderten. Im zweiten Weltkrieg war Mitrovica Schauplatz eines Massakers der Wehrmacht, die hier zur „Partisanenbekämpfung“ tausende Kinder, Frauen und Männer ermordeten. Scheinbar fehlt es hier an Geschichtsbewusstsein und Fingerspitzengefühl – So findet sich sicher kein Querschnitt der Gesellschaft zum Dienst an der Waffe, dem Land.
In diesem Sinne: Augen auf bei der Zweitverwertung von Ortsnamen.
 
Nachtrag: Die Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile wegen Volksverhetzung und Verstößen gegen die Kriegswaffengesetzgebung.

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