Das erste Zitat

„Diejenigen, die für ein wenig vorübergehende Sicherheit grundlegende Freiheiten aufgeben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.“ – Benjamin Franklin (1706-1790)

Aus meiner Sicht ist dieses Zitat das Zitat, dass unsere aktuelle Situation am besten wiederspiegelt.
In den letzten Jahren sind die Menschenrechte zu Gunsten neuer Befugnisse für die Sicherheitsdienste in Deutschland und auf der Welt stark eingeschränkt worden. Es wird von den Volksvertrettern unserer Zeit wie es scheint völlig bedenkenlos Freiheit gegen Sicherheit getauscht oder zumindest der Versuch unternommen dies zu tun.
Um zu verstehen, warum dies ein Tausch ist der keinen Sinn macht muss man sich die wahre Bedeutung von Terror vor Augen führen. Terror kommt aus dem Lateinischen und bedeutet unter anderem Furcht, Schrecken. Es vergeht keinen Tag in dem nicht irgendwo auf der Welt ein „terroristischer Anschlag“ verübt wird. Jeden Tag werden Menschen durch hinterhältige und feige Angriffe getötet oder verletzt. Der Ausgangspunkt dieser neueren Entwicklung waren zweifellos die Anschläge am 11.09.2001 auf das World Trade Center und das Pentagon.
Das Ziel eines „Terroranschlages“ ist es nicht Mensch zu töten oder zu verstümmeln. Tod und Verstümmelung sind nur das Mittel zum Zweck. Das eigendliche Ziel ist Furcht und Schrecken in der Bevölkerung zu entflammen. Ich denke jeder von uns hat am 11.09 ein Gefühl der Hilflosigkeit und des Schreckens empfunden. Es ist aus meiner Sicht einem Menschen unmöglich sich solch einem Ereignis zu verschließen. Aber rational betrachtet ist die Chance im Lotto zu gewinnen um ein vielfaches höher als bei einem „Terroranschlag“ ums Leben zu kommen.
Die Frage ist nun wollen wir den Terroristen willfähig unsere Freiheiten opfen und uns in Angst und Schrecken versetzen lassen? Wollen wir zum Schutz vor einem Risiko, das vieleicht massive Auswirkungen hat aber nur eine verschwindend geringe Eintrittwahrscheinlichkeit hat, in unserem Leben beherschen lassen?
Die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben nicht umsonst die ersten 20 Artikel, die die Menschenrechte sichern, verfasst. Auf dieser Basis lebten wir und unsere Vorfahren in den letzten 60 Jahren unser und ihr Leben. Und es war beileibe kein schlechtes Leben. Selbst in Phasen, in denen es in Deutschland zu massiven Anschlägen gekommen ist, sind wir und die damalige Regierung nicht von diesen Grundsätzen so massiv abgewichen, wie seit dem 11.09.
Heute hingegen wird wahllos jeden Tag eine neue „sicherheitspolitische“ Sau durchs Dorf getrieben. Wir, die westliche, aufgeklärte Welt, sind dabei gegen die „Terroristen“ zu verlieren und zwar nicht etwa, weil sie uns überlegen sind. Nein, die bisherigen Anschläge waren mit einfachen Mitteln und einfachen Techniken ausgeführt worden. Wir verlieren den Kampf, weil wir nicht Kämpfen! Wir geben uns auf. Wir geben freiwillig die Errungenschaften der Aufklärung auf. Mit jedem Freiheitsrecht, das wir aufgeben geben wir ein Teil unser Identität auf.
Wir müssen aufstehen und mit offenem Visir und mit Achtung diesen Menschen gegenübertretten. Wir müssen ihre Beweggründe verstehen und zu einem gemeinsammen Miteinander aller Menschen auf dieser Erde finden. Dies ist keine leichte Aufgabe in einer Zeit knapper werdener Ressourcen, aber wenn wir diese Aufgabe nicht meistern, wird die Menschheit als solches Untergehen.
Ich weiß, dass hier jetzt stehen müsste, was ich zu tun gedenke um die Welt zu retten. Aber ich weiß es nicht.

In diesem Sinne:

„Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst.“ – Franklin D. Roosevelt (1882-1945)

3 Gedanken zu „Das erste Zitat“

  1. Kannst du konkrete Beispiele geben, wo unsere Freiheitsrechte aufgrund des Terrorismus eingeschränkt wurden?
    Ich denke das Problem bei dem ganzen Thema ist nicht nur die pure Angst vor dem Terrorismus. Sondern hauptsächlich die fehlende Aufklärung über das Thema Afghanistan, Taliban, Islamistischer Terrorismus. Geh doch mal auf die Straße und frag die Leute warum wir in Afghanistan sind. Warum die Terroristen eigentlich gegen uns kämpfen. Ich wette die wenigsten können mehr zur Taliban sagen als einfach nur: ,, ja das sind halt islamistische Terroristen“.
    Hier fehlt auch bei den meisten einfach nur das Wissen oder das Verständnis des ganzen Sachverhalts! Die Leute laufen blind nach jeder neuen Schreckensmeldung durch die Gegend und sehen nur Grausamkeiten. Hinterfragen tun die wenigsten jedoch das Thema.
    Außerdem ist es in Mode gekommen wenn man jemanden völlig von der menschlichen Gesellschaft ausgrenzen will, ihn als ,,Terrorist“ zu bezeichnen. Wer heute als Terrorist gilt, dem wird jegliche Meinungsfreiheit und jegliche Vernunft abgesprochen. Ich würde so weit gehen zu behaupten, dass man diese Leute sogar komplett aus der menschlichen Gesellschaft ausgrenzen will. Wer Terrorist ist oder einmal war, mit dem kann man nicht verhandeln, der hat keine Rechte und wird allgemein als böse angesehen.
    Ganz ehrlich, wie viele Leute setzen sich schon hin und versuchen mal den Krieg aus Sicht der Taliban zu verstehen? Aus Sicht von einem Bauer auf dem Land, der nicht mehr kennt als 50km Umgebung und Amerikaner sieht die sein Land übernehmen wollen und auf der anderen Seite Taliban, die ihm vll Schutz und Unterkunft in Lebensnotlagen gewähren. Über die Bildung in diesen Ländern müsste man erst auch einmal reden…
    Ich finde es schrecklich wie naiv und undifferenziert die meisten dieses Thema behandeln. So bleibt das Thema immer fremd und vor Fremdem hat man gewöhnlich auch instinktiv Angst. So schaffen wir es wohl uns selbst in Panik zu versetzen und unsere Freiheit einzugrenzen.

  2. Beispiele sind: die nationale Antiterrordatei, die Nacktscanner, das Luftsicherheitsgesetz [der Euphemismus des Jahrhunderts], die Vorratsdatenspeicherung, die Einführung des Hackerparagraphen, der „Bundestrojaner“. Um mal nur die Eingrife zu nennen, die mir spontan einfallen.
    Das ein Großteil dieser Gesetze oder Verordnungen am Bundesverfassungsgericht gescheitert sind, ist mit Nichten gut, es ist ein Zeichen wie schlecht es um uns bestellt ist. Im Bundestag wird einfach die maximal Forderung durch gewunken, weil Karlsruhe das schon passend stutzt. [Es gibt hierzu eine Einlassung von SPD-Bundestagsabgeordneten]
    Ich stimme mit deinen Ausführungen völlig überein.

  3. ,,Nacktscanner“ , mal wieder so ein Wort, das man mit ,,Killerspiele“ gleichsetzen kann. Furchtbar wie hier das Wort alleine missbraucht wird um aufsehen zu erregen.
    Bei den Nacktscannern kann ich die Aufregung allgemein nicht verstehen, ich halte höhere Sicherheitsmaßnahmen in einem gewissen Rahmen sinnvoll. Den meisten ist außerdem nicht klar, dass niemand ein Bild von dir zu sehen bekommt auf dem du nackt bist. Die Leute am Flughafen bekommen nur ein Bild mit deinem Umriss zu sehen, auf dem dann auffällige Stellen markiert sind, wenn du irgendwas dabei hast. Entgegen der Meinung wohl vieler Leute heiße ich das Ding eigentlich gut.
    Der Rest ist jedoch sehr bedenklich, besonders der Bundestrojaner. Das läuft ja schon auf einen Überwachungsstaat hinaus.

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